Donnerstag, 25.04.2019
 
Markt Bruck i.d. OPf.
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Chronik

Im Jahre 1922 gründeten einige Buam den Gebirgstrachtenverein „Edelweiß Stamm“ Bruck. Gründungsväter waren unter anderem Ullmann Michael, Hartl Franz, Bösl Franz, Fleischmann Johann, Krahmer Fritz, Kastner Albert und Hartl Karl (Ziller Kare). Das Platteln, Musizieren und Singen waren die wichtigsten Punkte für die Mitglieder des Trachtenvereins

Leider schlief der Verein in den Jahren 1927, 1928 und 1929 durch Arbeitsmangel in der Region ein, wo viele aktive Trachtler nach Amerika auswanderten. Es ist anzunehmen, dass auch viele Brucker dazu beigetragen haben, dass es in Amerika eine stattliche Zahl von Trachtenvereinen gibt. Während des dritten Reiches war es den Trachtenvereinen in Bayern und so auch in Bruck verboten öffentlich präsent zu sein.

In aller Stille und im Keller machte sich der gebürtige Oberbayer Peter Braun an den Eifer den Brucker Trachtenverein nicht sterben zu lassen. Heimlich lernte er den Interessierten Jungen Bruckern das Platteln und Musikzieren. Als nach Kriegsende Heinrich Feldmeier aus der Gefangenschaft zurückkam, machte er sich sofort an die Arbeit den Brucker Trachtenverein wieder neu zu beleben. Und so geschah es am 06. März 1949 sich 7 Moidl`n und 35 Buam im Gasthaus Gleixner (Xaverl) zur Wiedergründungsversammlung für den Brucker Trachtenverein trafen, der ab diesem Zeitpunkt Gebirgstrachtenerhaltungsverein „Enzian – Stamm“ tragen soll.

Heimat-, Volks- und Brauchtumspflege, schmucke Trachten, frohe Lieder, Volkstänze und Plattler sind in Bruck noch Lebendig. Nach dem Wahlspruch „Treu dem guten alten Brauch, treu der Heimat“ lebt man in Bruck.

Und so wurde der Verein 1922 erstmals und 1949 wieder ins Leben gerufen und ist bis heute mit viel Liebe erhalten. Bei der Wiedergründungsversammlung 1949 konnten leider durch die Kriegsjahre keine Dokumente aus dem Jahre 1922 erhalten werden. Doch einige Mitglieder aus dem Gründerjahr 1922 überlieferten alles mündlich und so sind nur zwei aktive Trachtlerbilder übriggeblieben. Sieben Mitglieder von 1922 konnte der im Jahre 1949 neu gewählte Vorstand Heinrich Feldmeier bei der Wiedergründungsversammlung zu Ehrenmitgliedern ernennen.

Heinrich Feldmeier zur Seite wurde Johann Fleischmann als 2.Vorstand gewählt. Als Ziel und Zweck wurde beschlossen, die alten Sitten und Gebräuche unserer Väter hochzuhalten und zu pflegen. Als Vereinsältester und Bürge hat sich der Gastwirt Xaver Gleixner bereit erklärt. Als Vereinslokal ist das Nebenzimmer des Gastwirts Gleixner bestimmt worden. Neben den 7 Ehrenmitgliedern aus dem 1. und 2. Vorstand, dem Kassier, dem Schriftführer bestand der Verein im Jahre 1949 aus 7 Moidl`n und 7 Buam als aktive Plattlergruppe aus 2 Vorplattlern und 26 passiven Mitgliedern. Insgesamt also 47 Mitgliedern. So steht es im Protokoll der Wiedergründung 1949.

Aber bereits bei der 3. Monatsversammlung am 12.06.1949 legte der 1. Vorstand sein Amt nieder. Gründe wurden nicht genannt. Bei der Generalversammlung am 14.06.1949 wurde dann Ludwig Ullmann zum 1. und Johann Fleischmann zum 2. Vorstand bestimmt. Schriftführer wurde Georg Duscher und Kassier Josef Hunger. Bereits im Jahre 1950 wurde eine Sängergruppe gegründet, und man begann mit der Beschaffung der Vereinstracht.

Am 25.04.1951 wurde dann wiederum Heinrich Feldmeier zum 1. Vorstand gewählt. Aus dem Protokoll geht hervor, das der Verein damals einen Kassenstand von DM 0,15 hatte. In diesem Jahr führte der Verein sein 1. Theater und zwar “S`Almröserl” oder “Jennerweins Ende” auf.

Bei der Wahlversammlung am 04.03.1953 ging dann als 1. Vorstand Johann Bruckner hervor. Aber bereits am 14.10.1953 übernahm Peter Mauerer den Vorsitz. Hatte man in den vergangenen Jahren schon über die Anschaffung einer Fahne gesprochen, so wurde dieses Vorhaben konkret ins Auge gefast. Nur woher das Geld nehmen und nicht stehlen? So spielte man Theater und führte Haussammlungen durch. Als Termin wurde der Juli 1954 bestimmt. Die Vorbereitungen für dieses Fest liefen nun an. Mit vereinigten Kräften wurde dann auch dieser Wünsch realisiert.

Der Termin war der 10 / 11. Juli 1954. Der Patenverein “Almrausch” Wackersdorf. Der Festplatz, die Schützenhalle und Garten der Brauerei Meisl / Gleixner (das heutige Vereinsheimgelände ). Aber leider stand das Fest unter keinen guten Stern. Das Wetter spielte nicht mit, die Regenfälle der letzten Tage machten es unmöglich, das Fest durchzuführen. Also mußte man den 48 gemeldeten Vereinen Absagen erteilen. Dies geschah durch Telegramme und über den Bayerischen Rundfunk.

Eine Woche später wollte man das Fest abhalten. Aber wiederum hatte man ein großes Problem zu bewähltigen. Frau Hilde Gleixner ,die Fahnenmutter , hatte zwei Tage vor dem Fest , einen Todesfall zu beklagen. Also stand man ohne Fahnenmutter da . Hier sprang dann einen Tag vor dem Fest Frau Franziska Fischer ein. Die Fahnenweihe war gerettet. Es war ein großes und schönes Fest, das in Bruck veranstaltet wurde. Doch nun kam der Kassensturz. Und sage und schreibe , man hatte 700.– Minus gemacht. Also belebte man die Theatergruppe wieder und hielt Heimatabende ab , die durch ihr Sielen die Schulden begleichen sollten.

Bis auf DM 300.– ging dann alles gut. Dieser Rest blieb dann am 1. Vorstand Peter Mauerer hängen. Als kleine Entschädigung und Andenken an eine schöne Zeit wurde dann der vom 1.Bürgermeister Hans Hölzl gespendete Zinnkrug zur Fahnenweihe Peter Mauerer überreicht. ( Dieser Krug wurde im Jahre 1999 von Peter Mauerer zum Gautrachtenfest an den Verein zurück gegeben.) Aber leider verflachte das Vereinsleben und durch den Wegzug des 1.Vorstands man wieder ohne Führung da.

Stolz waren die Brucker Trachtlerinnen und Trachtler auf ihre neue Vereinsfahne. Wie man auf den wohl ältesten Aufnahmen bei Festzügen sehen kann. Die Aufnahmen dürften aus den Jahren 1955 und 1956 stammen. Auch der Taferlbua durfte damals nicht fehlen.

Nicht nur bei den weltlichen Festen waren die Trachtler aktiv, nein auch bei den Kirchlichen waren die Trachtler zahlreich dabei wie die folgenden Bilder zeigen. In den Jahren 1950 bis 1960 hatte der “Prangertag” (Fronleichnam) noch einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung.

Eines der ersten Grupenfotos mit der neuen Vereinsfahne. Leider leben nicht mehr viele auf diesem Foto. Mit viel Liebe und Stolz begleiteten die aktiven Trachtlerinnen und Trachtler ihr neue Vereinsfahne. Sie fuhren auf viele Feste in der ganzen Umgebung und auch in ganz Bayern damit alle sehen konnten, wir haben jetzt auch eine Fahne. Auch damals wurde bereits auf Sauberkeit bei den Trachten sehr geachtet. Waren ja auch viele Schneiderinnen dabei (Die drei Weiberleit vorne Knieend )

Aber Gott sei Dank gibt es in jedem Verein einige Idealisten. Heinrich Feldmeier , Hans Fleischmann , Sepp Hofmann , Sepp Männer und Theo Pinapfel führten nun den Verein zusammen und kommissarisch weiter. Auch hatte man das Vereinslokal gewechselt und zog somit ins Brauerei-Lokal Meisel/Gleixner. Hier wurde weiter Geplattelt und man hatte auch die Möglichkeit auf den “Gasthof” auszuweichen.

Aber auch dies war nur eine Behelfsmöglichkeit. Ein Vorstand mußte unbedingt wieder her. Josef Ochsenbauer , damals gerade 19 Jahre jung , setzte sich mit dem Bezirksvorstand Sepp Weiß aus Schwandorf in Verbindung und regelte alles , um wieder ein ordentlich geführter Verein zu werden. Viele Kilometer und viele Briefe gingen zwischen den beiden hin und her. Und das Wunder geschah. Man lud alle Interessenten zu einer Versammlung ein.

Am 30.09.1964 übernahm dann Karl Hartl als 1.Vorstand das Ruder. Ihm zur Seite stand der 2.Vorsitzende Ludwig Ullmann , Kassier und Schriftführer Josef Ochsenbauer. Im Jahre 1965 wurde auch ein Fahnenschrank angeschafft. Ebenso wurde eine Jugendgruppe und eine Theatergruppe ins Leben gerufen. Das erste Stück war “Der noblige Hochzeiter”.

Am 06.12.1969 ergab die Generalversammlung des Heimat - und Gebirgstrachtenvereins “Enzian”eine neue Führungsspitze. 1.Vorstand wurde Josef Ochsenbauer . Ihm zur Seite stand Siegfried Gleixner.

Es ging konstant aufwärts mit dem Verein. So konnte man eine Stubenmusi, die “Brucker Boum und Moidln “ ins Leben rufen. Die beiden Gesangsgruppen wurden über die Grenzen des Marktes Bruck weit bekannt. Leider bestehen beide Gruppen heute nicht mehr.

Der nächste Wechsel in der Führungsspitze erfolgte dann am 09.05.1975. Josef Bals als 1.Vorstand und Karl Hartl als 2.Vorstand übernahmen den Verein. Wie auch schon in den vergangenen Jahren veranstaltete man Heimatabende und Adventsingen für die Öffentlichkeit. Auch die Trachtenjugend gab ihr Erlerntes zum Besten. 1976 kam dann zu der bisherigen Gebirgstracht die erneuerte Oberpfälzer Volkstracht dazu. Hier war von den Aktiven ein sehr großer finanzieller Einsatz gefordert.

1979 erkrankte der 1.Vorstand Josef Bals und Karl Hartl führte die Geschäfte kommissarisch weiter , ehe er dann am 08.05.1981 den Vorsitz bei der Generalversammlung übernahm. Der Mitgliederstand kletterte auf 160 Personen. Maibaumaufstellen , Bürgerfest , Adventsingen , Heimatabende , Besuch der anderen Vereine bei Festen , Plattlerproben , die Jugendarbeit nicht vernachlässigen usw. standen auf dem Programm.

Im Jahre 1978 wurde in Sollbach der Heimat - und Volkstrachtenverein “D`Trollbachtaler” Sollbach gegründet. Sollbach gehört zum Gemeindegebiet des Marktes Bruck. Zum 5jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe 1983 stand der Brucker Trachtenverein Pate.

Am 30.10.1987 erfolgte dann der nächste Wechsel in der Vorstandschaft. Paul Hartwich wurde 1.Vorstand und Siegfried Gleixner stand ihm zur Seite. Es wurde ein leichter Rückgang bei den Plattlerproben , denn galt es nun wieder wettzumachen.

Die Generalversammlung am 20.10.1989 brachte leider ein negatives Ende. Es stellte sich kein Kandidat zur Wahl für den Vorsitz. So wurde für den 18.11.1989 wiederum schriftlich Eingeladen, damit hier eine neue Vorstandschaft zustande kommen würde. Es klappte tatsächlich und die kleine “Krise” war wieder behoben. Siegfried Gleixner wurde 1.Vorstand und Michael Ochsenbauer sein Stellvertreter. Auch für die Jugend hatte man wieder eine Überraschung bereit. Sie durften nach längerer Pause im Jahr 1990 wieder ins Jugendzeltlager fahren. 1992 wurden dann für die beiden Vereinstrachten die Trauerschürzen angeschafft. Auch ein neuer Schaukasten wurde installiert , sowie ein neues Vereinstaferl angefertigt.

Am 20.10.1995 wurde wiederum gewählt. Josef Karl wurde 1.Vorstand und Siegfried Gleixner zweiter. Im Jahre 1996 glänzte dann der Maibaum mit neuen Zunftzeichen aus Aluminium. Wiederum mußte man zu den ansässigen Firmen gehen und um Spenden bitten. Gauversammlungen, Gauball und Seminare werden regelmäßig besucht. Im Jahre 1996 übernahm dann Jürgen Hofmann von seinem Vater Werner die Betreuung der Jugendgruppe. Einen stetigen Aufwärtstrend konnte man in der Trachtenjugend verzeichnen und die Vorbereitungen zum 50jährigen Wiedergründungsfest und Gautrachtenfest liefen auf Hochtouren. Auch werden seit einigen Jahren wieder Vereinsausflüge durchgeführt , die sehr großen Anklang finden.

Ganz wichtig ist seit der Gründung, für den Trachtenverein der erhalt von Brauchtum und Tradition. Ein großer Bestandteil hierzu ist das alljährliche Aufstellen des Maibaums seit über 50 Jahren.

Im Juni 1997 fand , durch die Federführung von Jürgen Hofmann , der Gaujugendtag nach 1985 wieder in Bruck statt. Ein sehr großer Erfolg in der ausverkauften Mehrzweckhalle. Ebenso war das 1.Jugendmusikanten- und Sängertreffen , des Kreisverbandes der Trachtenjugend im Landkreis Schwandorf, im vollbesetzten Meisl-Saal im Februar 1998 eine hervorragende Veranstaltung.

Die Trachtenjugend veranstaltet auch seit dem Jahr 1998 eine alljährliche Stodlkirwa in der ehemaligen Schützenhalle der Brauerei Meisl. Wobei man alljährlich eine stattliche Anzahl der Trachtenvereine des Gebietes Ost des Oberpfälzer Gauverbandes begrüßen kann.

Auch die Brucker Bevölkerung unterstützt mit ihrem Besuch die Brucker Trachtenjugend. Im Rahmen dieser Kirwa konnte die Trachtenjugend im Jahr 2000 das 35jährige Bestehen der Brucker Trachtenjugend feiern. Trotz Regen waren viele Vereine zu diesem Fest gekommen. Unter dem Motto “ Von Mensch zu Mensch “ gestalteten die Kinder den Festgottesdienst mit. Einem gemeinsamen Mittagessen folgte ein Heimatnachmittag mit anwesenden Trachtenvereinen. Trotz dem schlechten Wetter waren viele Gäste anwesend und es wurde ein schönes Fest für Besucher und Veranstalter.

Am 24.10.1998 wurde im Rahmen einer Jugendtrachtenwallfahrt neben dem Fußweg nach Mappach ein Gedenkkreuz für alle verstorbenen Trachtlerinnen und Trachtler des Vereins durch unseren damaligen H. Pfarrer Josef Häring eingeweiht. Durch einen Zufall bekamen wir von der Gemeinde Bruck ein uraltes Kreuz vom Brucker Friedhof.

Nach aufwendiger Renovierung und Umbau zu einem Wegkreuz, wurde es Tage vor der Einweihung auf dem Radweg durch unsere Mitglieder liebevoll aufgestellt und bepflanzt. Nicht nur Vereinsmitglieder sondern auch nahegelegene Anwohner kümmern sich immer um diese Stätte. Frische Blumen und Pflanzen schmücken das Umfeld des Kreuzes. Seit dem Jahre 1996 ist der Verein am Registergericht als e. V. eingetragen.

Im September 1997 wurde der Festausschuss für das 50jährige Wiedergründungsfest verbunden mit dem Oberpfälzer Gautrachtenfest im Jahre 1999 gegründet. Festleiter wurde der 2. Bürgermeister Peter Faltermeier. Eine große Aufgabe wurde den Mitgliedern des Vereins gestellt aber mit viel Liebe und Fleiß wurde das große Fest vorbereitet und durchgeführt. Als Patenverein wurde wie bereits schon 1954 der Trachtenverein „Almenrausch“ Wackersdorf ausgewählt.

Am 1 Mai 1999 fand dann beim Vereinslokal Besenhardt in Heselbach/Wackersdorf das Patenbitten statt. Unter Teilnahme vieler Trachtlerinnen und Trachtler sowie der zahlreichen Bevölkerung wurde das Patenbitten zu einem unvergessenen Erlebnis bis spät in die Nacht hinein.

Der Juni des Jahres 1999 war für den Brucker Trachtenverein der wichtigste Monat in der langen Vereinsgeschichte. Man feierte Fahnenweihe der renovierten Vereinsfahne verbunden mit dem 50jährigen Wiedergründungsfest und dem 7. Oberpflälzer Gautrachtenfest. Der Kommersabend eine Woche vor dem eigentlichen Fest war eine sehr gelungene Veranstaltung im vollbesetzten Meisel-Saal.

Viele Trachtlerinnen und Trachtler konnten vom Gauverband für langjährige Aktive Trachtenarbeit geehrt werden. Auch der Verein selber konnte zahlreiche Mitglieder für die lange Treue auszeichnen.

Am Freitag den 25.06.1999 begann das Jubiläum mit den Tag der Betriebe, Behörden und Ortsvereine. Nach dem Einholen des Schirmherren, der Fahnenmutter und Festdamen fand mit den Ortvereinen und einem Bieranstich am Brucker Marktplatz ein Standkonzert statt.

Noch nie in der Brucker Vereinsgeschichte beteiligten sich so viele Personen und Ortsvereine an einem Festauftakt wie bei uns Trachtlern.

An die 2000 Leute der Brucker Ortsvereine standen an diesem Abend dem Trachtenverein als Gäste zur Seite. Am Samstag begann das 7. Oberpfälzer Gautrachtenfest mit einem Empfang durch den 1. Bürgermeister Joachim Hanisch im Rathaus. Im Anschluss wurde den verstorbenen Trachtlerinnen und Trachtlern am Brucker Kriegerdenkmal gedacht und ein Kranz niedergelegt. Zur Erinnerung an dieses große Fest wurde anschließend eine Linde gepflanzt. Mit zahlreichen Trachtenvereinen aus dem Gauverband, wurde am Abend im Festzelt der traditionelle Gauheimatabend abgehalten.

Anfangs musste man meinen es kommen fast keine Zuschauer, aber wiederum zeigte die Brucker Bevölkerung den Trachtenvereinen in welcher Form die Vereine in Bruck zusammenhalten und so füllte sich das 3000 Mann Zelt bis auf ein paar wenige Tische, fast bis zum Zelteingang. Viel Beifall erhielten unsere Auftritte der Trachtenvereine.

27. Juni 1999 „Ausnahmezustand in Bruck“

Um 6.00 Uhr morgens wurde die Marktgemeinde mit Böllerschüssen aus dem Schlaf geholt. Ab 8.00 Uhr trafen bereits die ersten Trachten- und Ortsvereine am Festplatz ein um am Festgottesdienst mit Fahnenweihe um 9.00 Uhr teilzunehmen. Die Festmesse wurde vom damaligen H.H. Pfarrer Josef Häring abgehalten, wobei er auch die neurenovierte Vereinsfahne und die zugehörigen Fahnenbänder feierlich segnete. Bis auf den letzten Platz war das Festzelt gefüllt und es herrschte eine Disziplin, das man während der Messe eine Stecknadel hätte fallen hören können. Im Anschluss zeigten die anwesenden Jugendgruppen ihre Ehrentänze und man konnte im Zelt die herrlichen Schmankerl zu Mittag zu sich nehmen.

Punkt 13.00 Uhr setzte eine Völkerwanderung zum Aufstellungsort für den Festzug ein. 103 Vereine und 13 Musikkapellen mit insgesamt 6000 Teilnehmern formierten sich auf der „Riedl-Wiese“ für den Festzug. Unser Verein konnte an diesem Tag mit der stärksten Anzahl an aktiven Trachtenträgern der langjährigen Vereinsgeschichte aufwarten. 108 Trachtenträger, darunter 63 Kinder und Jugendliche marschierten hinter unserer Vereinsfahne. Stattliche 4 km zog der nicht enden wollende Festzug durch die Straßen der Marktgemeinde Bruck, vorbei an Tausenden Zuschauern. Nachdem man im Festzelt wieder angekommen war, fand der Fahneneinzug der 103 anwesenden Vereinsfahnen statt. Nach den Hymnen und Ehrentänzen der anwesenden Trachtenvereine lichtete sich gegen Abend das Zelt. Spätestens zum Festausklang füllte sich das Zelt wieder mit der Brucker Bevölkerung und so können wir heute noch sagen: „Des Fest woar bis 1999, des beste wos Bruck je gseng hod“.

Ein jedes Fest hat ein Ende und der Alltag kehrte wieder ein. Doch lange dauerte dieser Alltag nicht und so entstand durch Zufall die Möglichkeit, ein eigenes Vereinsheim zu erhalten. Im Anwesen der ehemaligen Brauerei Meisl, findet seit Jahren ja bereits die Stodlkirwa statt und befindet sich das damalige Braustüberl, das als letztes eine Disco beherbergte. In Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde wurde das Gastzimmer geteilt und renoviert. Einen Raum übernahm die Gemeinde als Jugendtreff und die restlichen Räume der Trachtenverein als Vereinsheim. Nach einer Renovierungszeit von einem halben Jahr, konnte dann am 01.12.2000 eröffnet werden. Den Vorstoß zu diesem Projekt machte der damalige Jugendleiter Jürgen Hofmann mit einigen Vereinsmitgliedern. Im Oktober 2000 übernahm Jürgen Hofmann den 1. Vorsitz des Vereins und so stand nichts mehr im Wege das Projekt Vereinsheim bis Dezember 2000 fertigzustellen. Am 6 Januar 2001 segnete unser H. H. Pfarrer Helmut Brunner die Räumlichkeiten. Zahlreiche Mitglieder und Gäste konnten im vollbesetzten Vereinsheim die erste Plattler- und Tanzprobe verfolgen.

Lange konnte man sich von diesem Umbau nicht erholen, so stand schon das nächste Großereignis an. Im August des Jahres 2001 durften wir das 26. Oberpfälzer Gaujugendzeltlager ausrichten. 500 Kinder und Betreuer waren eine Woche zu Gast in der großen Zeltstadt. Ein tolles Programm konnten wir den Kindern und Jugendlichen bieten. Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass der Brucker Trachtenverein wieder einmal sein Organisationstalent unter Beweis stellen konnte.

Im Jahre 2002 begannen die schwersten Jahre seit der Gründung des Vereins. Durch Unstimmigkeiten unter den Vereinsmitgliedern stand der Verein vor einer großen Zerreisprobe. Doch nach zweijährigen Hin und Her, wurde auch dieses Tief überwunden.

Wenn nicht die Liebe zum Verein und die 100%ige Unterstützung der Vereinsmitglieder gewesen wäre, hätte der Verein dieses Jahr nicht überstanden. Ebenso standen die Brüdervereine und der gesamte Gau hinter dem Brucker Verein und so konnte man wieder mit dem normalen Vereinsleben beginnen. Allen einen „Herzlichen Dank“ für die großartige Unterstützung während dieser schwierigen Zeit.

Trotz dieser Ungereimtheiten blieb der Trachtenverein sich seiner Aufgabe treu und so war es auch, dass unser Verein im September 2003 das 10jährige Gründungsfest des Oberpfälzischen Gauverbandes im Rahmen einer Wallfahrt mit anschließendem Gauheimatabend durchführte.

Wieder einmal war die Merkzweckhalle bis auf den letzten Platz besetzt und die vielen Gäste waren von dieser Veranstaltung sehr angetan und zollten großes Lob.

Stetig ging es wieder aufwärts mit dem Verein. Im Jahre 2004 bei der Generalversammlung wurde der Vereinsname geändert.

Der vormals heißende Heimat und Volkstrachtenverein „Enzian“ Bruck e. V. bekam seinen alten Namen von der Vereinsfahne wieder zurück „Volks- und Gebirgstrachtenverein „Enzian“ Bruck e. V.

Bei der Neuwahl 2004 wurde Jürgen Hofmann in seinem Amt als 1. Vorstand einstimmig bestätigt. Das Vertrauen als Stellvertreter erhielt Siegfried Schweiger. Mit einer neuen starken Mannschaft kümmerte man sich fleißig mit Liebe um den Verein.

Nachdem man durch einen Todesfall Unterlagen vom Verein aus dem Jahre 1922 zugestellt bekam, konnten wir nach vielen Gesprächen mit Gau und Amtsgericht durch die Namensänderung auch das Gründungsdatum ändern. Und so ist es nun, dass wir im Jahr 2007 unser 85jähriges Gründungsfest feiern konnten. Da der Verein es liebt Großaufgaben zu organisieren stellte man den Antrag für das 11. Oberpfälzer Gautrachtenfest und bekam einstimmig Zuschlag bei der Gauversammlung. Mit der Gründung des Festausschusses im Januar 2005 begann der Brucker Verein mit den Vorbereitungen für dieses Fest. Als Festleiter stellte sich Jürgen Hofmann zu Verfügung und ein starkes Team an seiner Seite begann mit der Aufgabe ein unvergessliches Fest für Bruck und seine Gäste zu organisieren.

Durch seine Arbeit auf Montage musste leider im Januar 2006 der 2. Vorsitzende Sigi Schweiger sein Amt abgeben und so wurde bei der Generalversammlung im März 2006 Roman Janker als neuer 2. Mann im Verein gewählt.

Ab diesem Zeitpunkt wurde mit vereinten Kräften an dem Projekt „ 85 Jahre Trachtenverein Bruck“ und „11 Oberpfälzer Gautrachtenfest“ gearbeitet. Die Arbeitskraft der Vereinsmitglieder legte einen ungebrochenen Zusammenhalt dar, den man im Verein schon lange nicht mehr sah.

Das Jahr 2006 begann im Frühjahr mit einem schrecken, der alljährliche aufgestellte Maibaum wurde zum Opfer von Vandalen. Unbekannte sägten den fast 30 Meter hohen Baum mit einer Chinasäge bis zur Hälfte ein. Glück hatte man, dass die nächsten Tage kein starker Wind aufkam, da sonst der Baum in ein benachbartes Haus gestürzt wäre. Ebenso wird auch oft der Osterbrunnen des Vereins Opfer von Verrückten, wobei leider bis jetzt jegliche Anzeige ins Leere ging. Eine Aufklärung der Presse über Bräuche bringt auch nur bedingt was für die Jugendlichen. Wir hoffen dass die Zukunft besser wird, sonst werden wir diese Bräuche einstellen müssen, da der Schaden nicht mehr tragbar für den Verein ist.

Zum Besuch des Heiligen Vaters in seiner Bayerischen Heimat, spendete der Verein der Pfarrgemeinde Bruck eine Kerze mit dem Bild des Papstes und der Aufschrift „Gott schütze unseren Heiligen Vater- Papst Benedikt XVI- Trachtenverein Enzian Bruck mit 150 cm Länge und 20 cm Durchmesser eine stattliche Kerze. Bei der Übergabe segnete unser H. Pfarrer die Kerze. Sie steht jetzt in der Wallfahrtkirche St. Sebastian in Bruck.

Neben der Organisation des Jubiläums und Gaufestes waren wir auch Ausrichter der Gebietswallfahrt Ost. Bei herrlichem Wetter marschierten die zahlreichen Trachtlerinnen und Trachtler zur neu Renovierten Goldhof Kapelle „St. Leonhard“ Kurz darauf beteiligten sich unsere Trachtler am ersten Leonhardi-Ritt in Bruck. Auf einer Kutsche mit zwei Kaltblütern und sauberen Tracht waren wir der schönste Wagen bei dieser Wallfahrt.

Das Jahr 2007 begann mit einer Silvesterfeier in unser Jubiläumsjahr. Viel Arbeit für das große Fest brachte unsere Mietglieder immer mehr zusammen.

10 000 handgefertigte Festabzeichen und 300 handgefertigte Erinnerungsgaben wurden in den ersten Monaten erstellt. Ein neuer Maibaum wurde ebenso angefertigt wie auch eine neue Bude auf Rädern für unsere Teilnahme beim Bürgerfest und Weihnachtsmarkt.

Das Festjahr wurde eröffnet mit einem Neujahrsempfang am 14 Januar 2007. Zahlreiche Ehrengäste aus Gau und Gemeinde waren zu diesem Ereignis anwesend. Mit echter Oberpfälzer Volksmusik und Gesang und einer Vorstellung des gesamten Jubiläumsjahres wurde das Festjahr eröffnet. Mit dem Maibaumfest auf dem Brucker Marktplatz fanden die Feierlichkeiten mit einem weiteren Höhepunkt. Der neugestaltete Maibaum ragte über den Brucker Marktplatz. Mit vielen Gästen und einer Danzlmusi wurde das Maibaumaufstellen bis spät in die Nacht gefeiert.

Das Jubiläumsfest und Gautrachtenfest erlebte einen Ansturm der besonderen Art in Bruck. Der Festfreitag stand ganz im Zeichen vom Festauftakt für die Brucker Ortsvereine. Der Brucker Marktplatz glich einem Ameisenhaufen. Tausende Besucher zeigten ihre Zuneigung zum Brucker Trachtenverein.

Über 3000 Besucher am Gauheimatabend stellten alles in den Schatten was der Oberpfälzer Gauverband vorher gesehen hatte.

Für dieses Trachtenfest wollte man auch den Kreis der Paten- und Freundesvereine vergrößern und so entschied man sich als Festpate, im Mai 2007 beim Trachtenverein „D`Friedrichsbergler“ Trisching um die Patenschaft zu bitten. Begleitet wurden wir bei dieser Bitte von unserem Ehrenpatenverein „Almenrausch“ Wackersdorf, Patenkind „D`Trollbachtaler“ Sollbach, der Blaskapelle Schwarzenfeld und zahlreichen Bruckern.

Festende und etwas ruhigere Zeiten standen auf dem Programm der Trachtlerinnen und Trachtler. Aber das ging nur ein Jahr dann war man wieder Ausrichter des Oberpfälzer Gaujugendzeltlagers.

Der Trachtenverein „Enzian“ Bruck beteiligten sich an zahlreichen Festen und Auftritten in der ganzen Oberpfalz. Stolz ist man auch auf die zahlreichen Teilnahmen im Oberpfälzer Gauverband. Man war auf verschiedenen Gartenschauen mit vertreten und ebenso mit einer großen Abordnung bei der Sternwallfahrt zum 125jährigen Jubiläums der Trachtenbewegung in Altötting.

Ganz besonders Stolz sind wir auf unsere Aktiven, die beim Preisplatteln mitgemacht haben und sich für den Bayerischen Löwen Qualifiziert haben.

Im Rahmen der 200 Jahr Feier des Oktoberfestes in München. Konnte sich der Oberpfälzer Gauverband an einem ganzen Tag auf der Historischen Wiesn Vorstellen. Diese Gelegenheit nutze natürlich unser Verein und wir stellten für den Gau die Plattlergruppe. Mit sechs Plattlerpaaren traten wir im Festzelt auf. Ein Erlebnis für alle. Auch im darauffolgenden Jahr auf der Oid`n Wiesn war unser Verein wieder mit einer starken Abordnung dabei.

Ebenso nahmen wir am Deutschen Trachtenfest verbunden mit dem Isargaufest in München teil. Wir waren auch bei Gaufesten der Gaue Niederbayern, Altbayerischer-Schwäbischer Gau, Gau Mittelfranken, Gau links der Donau, Isargau, Bayerischer Waldgau, Gauheimatabend Ruhr – Lippe Gau in Bottrop, Besuche statteten wir unseren Freunden im Allgäu, Pullach, Dortmund und Mainz ab. Stets auf Reisen war unser Verein und machte sich so auch einen Namen innerhalb und außerhalb Bayerns.

Beim Gautrachtenfest 2011 in Painten entstand der Gedanke für das Trachtenfest 2012 zur 90 Jahr Feier. Man wollte wieder ein Festjahr begehen und begann die Feierlichkeiten am 30. April mit dem Maifest mit Maibaumaufstellen.

Ein weiterer Höhepunkt sollte das erstmalige Theaterspielen nach vierzig Jähriger Pause werden. Vier Monate probte man für das Stück „Der Susi ihr G`spusi“. Ob es was wird wußte keiner von uns.

Vom 27. – 29. April 2012 spielte man dann auf der eigens dafür gebauten Bühne das Stück auf. Mit geplanten drei Vorstellungen mit vielleicht je 80 Zuschauern wollte man sich zufrieden geben. Dass es am Ende weit über 500 Zuschauer waren und wir eine Extravorstellung geben mussten und die vielen Gäste darum baten, das wir auch weiterhin Theater spielen sollen war für uns eine große Erleichterung und Freude, dass sich die ganze harte Arbeit so gelohnt hatte.

Drei Tage vor dem Theater war eine Schreck-Nachricht wie ein Lauffeuer durch Bruck gegangen. Das Vereinsheim der Trachtler stand in Flammen. Gott sei Dank verhinderten die zahlreichen Feuerwehren schlimmeres und dank der guten alten Küchenhaustüre konnte eine Katastrophe verhindert werden.

80 000.-- € Schaden verzeichnete die Polizei. Doch egal wegen dem Schaden Hauptsache keine Verletzte .

Für das Fest 2012 wollte man sich was besonderes und machten sich die Frauen an die Arbeit für den Offenen Volkstanzabend sich neue Trachten zu fertigen. In Stundenlanger Handarbeit wurden 25 Neue Mieder und 20 Borten – Riegelhauben gefertigt. Den Kurs dafür gaben Maria Kurzwart und Jürgen Hofmann. Für die Riegelhauben war man extra bei Anni Felbermeier im Donaugau zu Gast und erlernte diese Handarbeit und gab sie an zahlreiche Frauen in Bruck weiter.

Im Jahr 2012 wurde vom Bayerischen Rundfunk ein Heimatabend aufgenommen mit den beiden Trachtengauen aus der Oberpfalz hierzu stellte unser Verein ein Jugend- und zwei Erwachsenenpaare für die Volkstänze. Dies haben wir der Aktivität unseres Vereins in den vergangenen Jahren im Gau zu Verdanken.

Dies war ein kleiner Überblick über 90 Jahre Trachtenverein „Enzian“ Bruck e. V.

Jürgen Hofmann 1. Vorstand.